RAG (Retrieval Augmented Generation)
Eine Technik, die Large Language Models mit externen Wissensdatenbanken verbindet, um präzisere und faktenbasierte Antworten zu generieren.
Cache-Augmented Generation lädt eine komplette Wissensbasis in den langen Kontext eines LLMs und cached sie – statt wie RAG zur Laufzeit einzelne Passagen per Retrieval zu suchen.
CAG (Cache-Augmented Generation) ist eine Alternative zu RAG, die durch die großen Kontextfenster moderner LLMs möglich wurde. Die Idee: Statt eine Wissensbasis in eine Vektordatenbank zu legen und zur Laufzeit passende Ausschnitte zu suchen, wird die gesamte Wissensbasis direkt in den Kontext des Modells geladen – einmalig verarbeitet und dann gecacht.
Jede Nutzerfrage wird anschließend an diesen vorgeladenen Kontext angehängt. Das Modell „sieht” immer das komplette Wissen und beantwortet Fragen daraus, ohne dass ein Retrieval-Schritt nötig ist.
| Aspekt | CAG | RAG |
|---|---|---|
| Wissensmenge | begrenzt durchs Kontextfenster | praktisch unbegrenzt |
| Infrastruktur | keine (nur Caching) | Vektordatenbank, Chunking, Embeddings |
| Latenz | niedrig (kein Retrieval) | Retrieval-Schritt vor jeder Antwort |
| Aktualisierung | Cache neu aufbauen | einzelne Dokumente neu indexieren |
| Fehlerquellen | „Lost in the Middle” bei sehr langem Kontext | schlechtes Retrieval → falsche Chunks |
CAG lohnt sich für kleine, stabile, abgeschlossene Wissensbasen: Produkthandbücher, interne Richtlinien, Kurs-Materialien. RAG bleibt erste Wahl bei großen oder dynamischen Korpora. In der Praxis verbreitet sich auch der Mittelweg: RAG für die Breite, CAG-artiges Caching für den stabilen Kern (System-Prompts, Kernrichtlinien).
CAG ist wie ein Prüfling, der das gesamte (dünne) Lehrbuch auswendig im Kopf hat, statt während der Prüfung ständig im Buch zu blättern. Solange der Stoff in den Kopf passt, ist er schneller – wird das Buch zu dick, führt am Nachschlagen (RAG) kein Weg vorbei.
Lädt die gesamte Wissensbasis vorab in das Kontextfenster des Modells
Nutzt KV-Cache bzw. Prompt Caching, damit die Wissensbasis nicht bei jeder Anfrage neu verarbeitet wird
Verzichtet komplett auf Retrieval-Infrastruktur (Vektordatenbank, Chunking, Reranking)
Produkt- und FAQ-Wissen
Überschaubare, stabile Wissensbasen (Handbücher, Richtlinien) komplett im Kontext halten
Interne Assistenten
Firmenwissen unterhalb der Kontextgrenze ohne RAG-Pipeline bereitstellen
Latenzkritische Anwendungen
Retrieval-Schritt entfällt – Antworten kommen ohne vorgelagerte Suche
RAG sucht zur Laufzeit die relevantesten Passagen aus einer Wissensbasis (Retrieval) und gibt nur diese ins Modell. CAG lädt die gesamte Wissensbasis vorab in den Kontext und cached sie. CAG ist einfacher und schneller, funktioniert aber nur, solange das Wissen ins Kontextfenster passt.
Wenn die Wissensbasis das Kontextfenster sprengt oder sich häufig ändert. Bei sehr großen oder dynamischen Korpora (Millionen Dokumente, tägliche Updates) bleibt RAG die richtige Wahl – oder ein hybrider Ansatz.
Ohne Caching müsste das Modell die komplette Wissensbasis bei jeder Anfrage neu verarbeiten – das wäre langsam und teuer. Prompt bzw. KV-Caching sorgt dafür, dass der statische Teil nur einmal berechnet wird und Folgeanfragen nur die eigentliche Frage kosten.