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LLM Architektur · Updated 3. Juli 2026

CAG (Cache-Augmented Generation)

Definition

Cache-Augmented Generation lädt eine komplette Wissensbasis in den langen Kontext eines LLMs und cached sie – statt wie RAG zur Laufzeit einzelne Passagen per Retrieval zu suchen.

Fortgeschritten 2 Min. Lesezeit EN: Cache-Augmented Generation

Einfach erklärt

CAG (Cache-Augmented Generation) ist eine Alternative zu RAG, die durch die großen Kontextfenster moderner LLMs möglich wurde. Die Idee: Statt eine Wissensbasis in eine Vektordatenbank zu legen und zur Laufzeit passende Ausschnitte zu suchen, wird die gesamte Wissensbasis direkt in den Kontext des Modells geladen – einmalig verarbeitet und dann gecacht.

Jede Nutzerfrage wird anschließend an diesen vorgeladenen Kontext angehängt. Das Modell „sieht” immer das komplette Wissen und beantwortet Fragen daraus, ohne dass ein Retrieval-Schritt nötig ist.

Technischer Deep Dive

Wie CAG funktioniert

  1. Vorbereitung: Die gesamte Wissensbasis (Dokumente, FAQs, Richtlinien) wird als langer Prompt aufbereitet.
  2. Einmalige Verarbeitung: Das Modell verarbeitet diesen Prompt einmal; die internen Zwischenzustände (KV-Cache) werden gespeichert bzw. per Prompt Caching beim API-Anbieter vorgehalten.
  3. Anfragen: Jede Frage wird an den gecachten Kontext angehängt – nur die neuen Tokens müssen berechnet werden.

CAG vs. RAG im Überblick

AspektCAGRAG
Wissensmengebegrenzt durchs Kontextfensterpraktisch unbegrenzt
Infrastrukturkeine (nur Caching)Vektordatenbank, Chunking, Embeddings
Latenzniedrig (kein Retrieval)Retrieval-Schritt vor jeder Antwort
AktualisierungCache neu aufbaueneinzelne Dokumente neu indexieren
Fehlerquellen„Lost in the Middle” bei sehr langem Kontextschlechtes Retrieval → falsche Chunks

Grenzen und typische Fehler

  • Kontextfenster ist das harte Limit: Passt die Wissensbasis nicht hinein, ist CAG raus – kein Workaround.
  • Lange Kontexte sind nicht gratis: Auch mit Caching sinkt bei manchen Modellen die Antwortqualität, wenn relevante Information tief in einem sehr langen Kontext vergraben ist.
  • Dynamische Daten: Ändert sich das Wissen laufend, wird der Cache ständig invalidiert – dann verliert CAG seinen Kostenvorteil.

Wann CAG, wann RAG?

CAG lohnt sich für kleine, stabile, abgeschlossene Wissensbasen: Produkthandbücher, interne Richtlinien, Kurs-Materialien. RAG bleibt erste Wahl bei großen oder dynamischen Korpora. In der Praxis verbreitet sich auch der Mittelweg: RAG für die Breite, CAG-artiges Caching für den stabilen Kern (System-Prompts, Kernrichtlinien).

CAG ist wie ein Prüfling, der das gesamte (dünne) Lehrbuch auswendig im Kopf hat, statt während der Prüfung ständig im Buch zu blättern. Solange der Stoff in den Kopf passt, ist er schneller – wird das Buch zu dick, führt am Nachschlagen (RAG) kein Weg vorbei.

Lädt die gesamte Wissensbasis vorab in das Kontextfenster des Modells

Nutzt KV-Cache bzw. Prompt Caching, damit die Wissensbasis nicht bei jeder Anfrage neu verarbeitet wird

Verzichtet komplett auf Retrieval-Infrastruktur (Vektordatenbank, Chunking, Reranking)

Produkt- und FAQ-Wissen

Überschaubare, stabile Wissensbasen (Handbücher, Richtlinien) komplett im Kontext halten

Interne Assistenten

Firmenwissen unterhalb der Kontextgrenze ohne RAG-Pipeline bereitstellen

Latenzkritische Anwendungen

Retrieval-Schritt entfällt – Antworten kommen ohne vorgelagerte Suche

Was ist der Unterschied zwischen CAG und RAG?

RAG sucht zur Laufzeit die relevantesten Passagen aus einer Wissensbasis (Retrieval) und gibt nur diese ins Modell. CAG lädt die gesamte Wissensbasis vorab in den Kontext und cached sie. CAG ist einfacher und schneller, funktioniert aber nur, solange das Wissen ins Kontextfenster passt.

Ab wann funktioniert CAG nicht mehr?

Wenn die Wissensbasis das Kontextfenster sprengt oder sich häufig ändert. Bei sehr großen oder dynamischen Korpora (Millionen Dokumente, tägliche Updates) bleibt RAG die richtige Wahl – oder ein hybrider Ansatz.

Warum ist Caching für CAG so wichtig?

Ohne Caching müsste das Modell die komplette Wissensbasis bei jeder Anfrage neu verarbeiten – das wäre langsam und teuer. Prompt bzw. KV-Caching sorgt dafür, dass der statische Teil nur einmal berechnet wird und Folgeanfragen nur die eigentliche Frage kosten.

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