Explainability (XAI)
Die Fähigkeit, Entscheidungen und Vorhersagen von KI-Systemen für Menschen nachvollziehbar und verständlich zu machen.
UI-Patterns, die KI-Entscheidungen für Nutzer nachvollziehbarer machen – von Confidence Scores bis zu Feature-Attributionen.
Explainable UI macht KI-Entscheidungen für Nutzer verständlicher und besser überprüfbar.
UI-Patterns:
| Pattern | Beispiel |
|---|---|
| Confidence Score | ”hohe/mittlere/niedrige Sicherheit” |
| Top Factors | ”Hauptgründe: A, B, C” |
| Counterfactual | ”Wäre X anders, dann…” |
| Similar Cases | ”Ähnliche Fälle waren…” |
| Uncertainty | ”Unsicher bei: …” |
<div class="prediction-card">
<h3>Empfehlung: Produkt X</h3>
<div class="confidence">
<span class="score">Hohe Sicherheit</span>
</div>
<details>
<summary>Warum diese Empfehlung?</summary>
<ul class="factors">
<li>Ähnlichkeit zu bisherigen Käufen</li>
<li>Beliebt bei ähnlichen Nutzern</li>
<li>Passt zu deinem Budgetrahmen</li>
</ul>
</details>
</div>
import shap
explainer = shap.Explainer(model)
shap_values = explainer(X)
# Für UI: wichtigste Faktoren auswählen
top_factors = sorted(
zip(feature_names, shap_values[0]),
key=lambda x: abs(x[1]),
reverse=True
)[:top_n]
Auch generative KI-Produkte setzen Erklär-Patterns ein – oft subtiler als klassische XAI-Dashboards:
| Produkt-Kontext | Erklär-Pattern |
|---|---|
| Chatbots mit Websuche | Quellenangaben und Zitate direkt an der Aussage |
| Coding-Assistenten (Copilot) | Begleitender Kommentar, warum der Code so strukturiert ist |
| Agenten (Claude Code u. a.) | Sichtbares Arbeitsprotokoll: welche Dateien gelesen, welche Schritte ausgeführt |
| Empfehlungssysteme | „Weil du X angesehen hast” als Ein-Satz-Begründung |
| Spam-/Moderationsfilter | Markierung der Textstellen, die zur Einstufung führten |
Bei LLM-Produkten haben Erklärungen eine Besonderheit: Vom Modell formulierte Begründungen sind selbst generierter Text und können plausibel klingen, ohne den tatsächlichen Entscheidungsweg abzubilden. Verlässlicher sind nachprüfbare Artefakte wie Quellen, Logs oder markierte Textstellen.
| Do | Don’t |
|---|---|
| Erklärung an der Entscheidung platzieren | Erklärungen in ein separates Hilfe-Center auslagern |
| Sprache der Zielgruppe verwenden | SHAP-Werte oder Logits an Endnutzer durchreichen |
| Erklärtiefe staffeln (Progressive Disclosure) | Alle Details dauerhaft einblenden |
| Nachprüfbare Belege verlinken (Quellen, Daten) | Nur behaupten statt belegen |
| Auch Unsicherheit und Gegenargumente zeigen | Nur bestätigende Faktoren auflisten |
Ob ein Explainable UI funktioniert, zeigt sich an Verständnis und Verhalten:
Vorsicht vor dem Selbstberichts-Bias: Dass Nutzer eine Erklärung als „hilfreich” bewerten, heißt nicht, dass sie die Entscheidung korrekt verstanden haben. Verhaltensmetriken sind aussagekräftiger als Zufriedenheitswerte.
Explainable UI ist wie ein Arzt, der nicht nur sagt 'Sie haben X', sondern erklärt: 'Aufgrund Ihrer Symptome A, B und C vermute ich X mit einer gewissen Unsicherheit.'
Zeige WARUM, nicht nur WAS
Confidence Scores und Unsicherheit
Feature-Attributionen und Vergleiche
Empfehlungssysteme
'Weil du X gekauft hast...'
Kreditentscheidungen
Welche Faktoren beeinflussten die Entscheidung?
Diagnose-Tools
Welche Symptome führten zur Diagnose?
Abhängig von Nutzer, Risiko und Kontext. Experten brauchen oft mehr Details, Endnutzer eher eine verständliche Zusammenfassung. Progressive Disclosure hilft, beides zu verbinden.
Sie können den Workflow verlangsamen, müssen es aber nicht. On-Demand-Erklärungen wie Hover, Details oder Expand stören meist weniger als dauerhaft sichtbare Erklärblöcke.