Gradient Descent
Der fundamentale Optimierungsalgorithmus im Machine Learning, der die Parameter eines Modells schrittweise anpasst, um den Fehler zu minimieren.
Die Lernrate steuert, wie große Schritte ein Modell beim Training macht, um seine Parameter anzupassen – einer der wichtigsten und sensibelsten Hyperparameter im Machine Learning.
Die Lernrate (englisch Learning Rate) ist einer der wichtigsten Hyperparameter beim Training von Machine-Learning-Modellen. Sie legt fest, wie groß die Schritte sind, mit denen das Modell seine Parameter bei jedem Trainingsschritt anpasst.
Beim Training berechnet das Modell über den Gradienten, in welche Richtung die Parameter geändert werden sollten, um den Fehler zu verringern. Die Lernrate bestimmt, wie weit das Modell in diese Richtung geht. Sie ist damit die Stellschraube zwischen „schnell, aber riskant” und „sicher, aber langsam”.
| Lernrate | Effekt |
|---|---|
| zu hoch | Loss springt oder explodiert, Training divergiert |
| zu niedrig | Training extrem langsam, bleibt evtl. in flachem Minimum stecken |
| passend | zügige, stabile Konvergenz zu einer guten Lösung |
Im Gradient-Descent-Update taucht sie als Faktor η auf:
w_neu = w_alt − η · ∂L/∂w
Ein größeres η bedeutet größere Schritte.
Eine feste Lernrate ist selten optimal. Üblich ist, anfangs größere Schritte zu machen und sie mit der Zeit zu verkleinern:
Verfahren wie Adam passen die effektive Schrittweite pro Parameter automatisch an. Sie machen die Wahl der Lernrate robuster, ersetzen aber nicht ganz das Gefühl für eine sinnvolle Ausgangsgröße.
Die Lernrate ist wie die Schrittweite beim Abstieg von einem Berg im Nebel: Zu große Schritte und du springst über das Tal hinweg oder stürzt; zu kleine Schritte und du brauchst ewig, bis du unten ankommst. Die richtige Schrittweite bringt dich zügig und sicher ans Ziel.
Bestimmt, wie stark die Modellparameter bei jedem Trainingsschritt angepasst werden
Zu hoch: Training divergiert; zu niedrig: Training ist quälend langsam
Wird oft über einen Zeitplan (Learning Rate Schedule) während des Trainings angepasst
Modelltraining
Grundlegende Einstellung bei jedem Training mit Gradient Descent
Hyperparameter-Tuning
Meist der erste und wirkungsvollste Parameter, der optimiert wird
Fine-Tuning
Beim Nachtrainieren vortrainierter Modelle werden bewusst sehr kleine Lernraten gewählt
Das Modell macht zu große Schritte und überspringt das Optimum immer wieder. Der Fehler (Loss) springt unkontrolliert oder wächst sogar – das Training divergiert und konvergiert nie zu einer guten Lösung.
Ein Zeitplan, der die Lernrate während des Trainings verändert – typischerweise startet man höher und reduziert sie schrittweise (Decay). Verbreitete Varianten sind Step Decay, Cosine Annealing und ein anfängliches Warm-up.
Häufig per Learning-Rate-Range-Test: Man lässt die Lernrate testweise ansteigen und beobachtet, wo der Loss am schnellsten fällt, bevor er instabil wird. Alternativ helfen adaptive Optimierer wie Adam, die die effektive Schrittweite teilweise selbst regeln.