Autoregressive Model
Ein Modelltyp, der Sequenzen Token für Token generiert – jedes neue Token basiert auf allen vorherigen. Ein Grundprinzip vieler moderner Sprachmodelle.
Next-Token-Prediction ist das Grundprinzip moderner Sprachmodelle: Sie sagen wiederholt das wahrscheinlichste nächste Token voraus. Aus dieser einfachen Aufgabe entstehen erstaunlich allgemeine Sprachfähigkeiten.
Next-Token-Prediction (die Vorhersage des nächsten Tokens) ist das Herzstück moderner großer Sprachmodelle. Das Prinzip klingt fast zu simpel: Gegeben ein Stück Text, sagt das Modell voraus, welches Token am wahrscheinlichsten als Nächstes folgt. Dann hängt es dieses Token an und wiederholt den Vorgang – Token für Token entsteht so ein ganzer Text.
Das Erstaunliche: Aus dieser einen Aufgabe erwachsen all die Fähigkeiten, die LLMs auszeichnen. Denn um wirklich gut vorherzusagen, was als Nächstes kommt, muss ein Modell Sprache, Wissen und Zusammenhänge verstehen.
Next-Token-Prediction ist zugleich:
Das Modell gibt keine einzelne Antwort aus, sondern eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über den gesamten Wortschatz – berechnet über eine Softmax-Funktion. Daraus wählt ein Decoding-Verfahren das nächste Token:
| Verfahren | Verhalten |
|---|---|
| Greedy Decoding | immer das wahrscheinlichste Token |
| Temperature Sampling | mehr Zufall, mehr Kreativität |
| Top-k / Top-p | Auswahl auf die plausibelsten Tokens begrenzt |
Die Vorhersage des nächsten Tokens zwingt das Modell, Grammatik, Faktenwissen und logische Muster zu lernen – schlicht weil all das hilft, besser vorherzusagen. Genau deshalb ist ein so einfaches Ziel die Grundlage erstaunlich allgemeiner Sprachfähigkeiten.
Next-Token-Prediction ist wie das Autovervollständigen auf dem Handy – nur in extrem: Das Modell hat Milliarden Texte gelesen und schätzt für jedes Wort, was am wahrscheinlichsten als Nächstes kommt. Reiht man diese Vorhersagen aneinander, entstehen ganze Antworten.
Trainingsziel und Generierungsprinzip moderner Sprachmodelle zugleich
Das Modell schätzt eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über alle möglichen nächsten Tokens
Aus dem simplen Ziel entstehen Grammatik, Wissen und Reasoning als Nebenprodukt
Textgenerierung
Jede Antwort eines Chatbots entsteht durch wiederholte Next-Token-Vorhersage
Autovervollständigung
Code- und Texteditoren schlagen die wahrscheinliche Fortsetzung vor
Pre-Training
Das Vortrainieren großer Modelle nutzt fast ausschließlich dieses Ziel
Um das nächste Token zuverlässig vorherzusagen, muss ein Modell Grammatik, Fakten, Zusammenhänge und sogar logische Schlüsse implizit erfassen. Diese Fähigkeiten entstehen als Nebenprodukt des Trainings, weil sie die Vorhersage verbessern – nicht weil sie explizit einprogrammiert wurden.
Ein Token ist eine kleine Texteinheit – oft ein Wortteil, manchmal ein ganzes Wort oder ein Satzzeichen. Modelle arbeiten nicht mit Buchstaben oder ganzen Wörtern, sondern mit diesen Tokens, die ein Tokenizer aus dem Text bildet.
Das Modell gibt eine Wahrscheinlichkeit für jedes mögliche nächste Token aus. Ein Sampling-Verfahren wählt daraus eines aus – mal das wahrscheinlichste (Greedy Decoding), mal zufälliger gesteuert über die Temperatur. Das gewählte Token wird angehängt und der Vorgang wiederholt sich.