Explainable UI
UI-Patterns, die KI-Entscheidungen für Nutzer nachvollziehbarer machen – von Confidence Scores bis zu Feature-Attributionen.
Ein UX-Pattern, das Informationen und Optionen schrittweise zeigt – erst das Wichtigste, Details auf Anfrage. Reduziert kognitive Last.
Progressive Disclosure zeigt erst das Wichtigste – Details kommen auf Anfrage.
Level 1 (Default):
┌─────────────────────────────┐
│ Empfehlung: Produkt X │
│ Confidence: 92% │
│ [Details anzeigen ▼] │
└─────────────────────────────┘
Level 2 (Expandiert):
┌─────────────────────────────┐
│ Empfehlung: Produkt X │
│ Confidence: 92% │
│ │
│ Hauptgründe: │
│ • Ähnlich zu deinen Käufen │
│ • Beliebt bei Nutzern wie dir │
│ │
│ [Technische Details ▼] │
└─────────────────────────────┘
<div class="prediction">
<h3>Ergebnis: Kategorie A</h3>
<p>Confidence: 87%</p>
<details>
<summary>Warum?</summary>
<ul>
<li>Feature X: +45%</li>
<li>Feature Y: +32%</li>
</ul>
<details>
<summary>Technische Details</summary>
<pre>SHAP values: ...</pre>
</details>
</details>
</div>
Moderne KI-Produkte setzen das Pattern an vielen Stellen ein – oft, ohne dass es Nutzern bewusst auffällt:
| Produkt-Kontext | Umsetzung |
|---|---|
| Chatbots (ChatGPT, Claude) | Antwort zuerst, aufklappbare Abschnitte für Gedankengänge, Quellen oder Code |
| Coding-Assistenten (Copilot) | Inline-Vorschlag als eine Zeile, vollständiger Diff erst auf Anfrage |
| Suchassistenten | Kurze KI-Zusammenfassung oben, Quellenliste und Zitate expandierbar |
| KI-Einstellungen | Standardmodus sichtbar, erweiterte Parameter (Temperatur, Systemprompt) hinter „Erweitert” |
| Agenten | Ergebnis-Zusammenfassung zuerst, einzelne Arbeitsschritte als ausklappbares Protokoll |
Gerade bei KI-Systemen ist das Pattern wichtiger als bei klassischer Software: Die Systeme erzeugen potenziell viel Text, Zwischenschritte und Metadaten. Ohne Staffelung würde jede Antwort zur Textwand.
| Do | Don’t |
|---|---|
| Die häufigste Aufgabe ohne Klick erreichbar machen | Kerninformationen hinter mehreren Klicks verstecken |
| Klar beschriften, was sich hinter „Mehr anzeigen” verbirgt | Vage Labels wie „Sonstiges” oder „Weitere Optionen” |
| Zustand merken: Wer Details aufklappt, will sie oft dauerhaft sehen | Bei jedem Seitenwechsel wieder alles zuklappen |
| Maximal zwei bis drei Ebenen verschachteln | Details in Details in Details – Nutzer verlieren die Orientierung |
| Sicherheitsrelevante Warnungen immer sichtbar lassen | Risiken oder Einschränkungen in die zweite Ebene verbannen |
Der letzte Punkt ist bei KI besonders relevant: Hinweise auf Unsicherheit oder mögliche Fehler gehören auf Ebene 1 – sie zu verstecken untergräbt die Trust Calibration.
Ob das Pattern funktioniert, lässt sich an mehreren Signalen ablesen:
Wichtig ist die Interpretation im Kontext: Eine niedrige Expand-Rate ist kein Misserfolg, wenn Nutzer ihre Aufgabe ohne die Details erledigen – genau das ist das Ziel des Patterns.
Progressive Disclosure ist wie ein gutes Gespräch: Du erzählst erst die Hauptsache, und nur wenn jemand nachfragt, gehst du ins Detail – statt alles auf einmal auszuschütten.
Wichtigstes zuerst, Details auf Anfrage
Reduziert kognitive Überlastung
Besonders wichtig bei komplexen KI-Erklärungen
KI-Erklärungen
Zusammenfassung zuerst, Details expandierbar
Formulare
Erweiterte Optionen versteckt
Dashboards
Drill-down für Details
80/20-Regel: 80% der Nutzer brauchen 20% der Optionen. Diese 20% prominent, Rest versteckt.
Verstecken: Für Power-User erreichbar. Entfernen: Niemand braucht es. Im Zweifel verstecken.