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LLM Praxis · Updated 17. Februar 2026

Prompt Engineering

Definition

Die Kunst und Technik, Anweisungen für KI-Sprachmodelle so zu formulieren, dass sie optimale und zielgerichtete Ergebnisse liefern.

Einsteiger 3 Min. Lesezeit EN: Prompt Engineering

Einfach erklärt

Prompt Engineering ist die Fähigkeit, Anweisungen an KI-Modelle so zu formulieren, dass sie genau das liefern, was du brauchst. Der “Prompt” ist dabei alles, was du dem Modell als Eingabe gibst. Prompt Engineering ist keine Magie, sondern systematisches Experimentieren: Kleine Änderungen in der Formulierung können die Qualität der Ausgabe dramatisch verbessern oder verschlechtern. Mit zunehmend besseren Modellen wird Prompt Engineering einfacher, aber das Verständnis, wie Modelle auf Prompts reagieren, bleibt eine Kernkompetenz. Techniken wie Chain-of-Thought (“Denke Schritt für Schritt”), Few-Shot-Beispiele und strukturierte Output-Formate sind empirisch validiert und verbessern die Modell-Performance messbar. Für Produktionssysteme ist Prompt Engineering oft der schnellste Weg, die Qualität zu verbessern – ohne Training oder Fine-Tuning.

Die Grundprinzipien:

  • Sei spezifisch: “Schreibe einen 200-Wörter-Blogartikel über RAG für Entwickler” statt “Schreibe etwas über RAG”
  • Gib Kontext: Erkläre die Situation, Zielgruppe und den Zweck
  • Definiere das Format: Tabelle, Liste, Code, Fließtext?
  • Setze Grenzen: Was soll das Modell NICHT tun?

Die wichtigsten Techniken:

TechnikBeschreibungWann nutzen?
Zero-ShotDirekte Anweisung ohne BeispieleEinfache, klare Aufgaben
Few-ShotAnweisung mit 2-5 BeispielenWenn ein bestimmtes Format/Stil gewünscht ist
Chain-of-Thought”Denke Schritt für Schritt”Komplexe Reasoning-Aufgaben
System PromptRolle und Verhalten definierenKonsistente Chatbot-Persönlichkeit
Role Prompting”Du bist ein erfahrener…”Expertise in einem Bereich abrufen

Technischer Deep Dive

Prompt-Anatomie

Ein vollständiger Prompt besteht aus mehreren Teilen:

1. System Prompt (Kontext und Rolle):

Du bist ein erfahrener Python-Entwickler mit Expertise in FastAPI.
Antworte immer mit Codebeispielen und erkläre deinen Code.

2. User Prompt (Aufgabe):

Erstelle einen REST-API-Endpoint, der eine Liste von Benutzern
aus einer PostgreSQL-Datenbank zurückgibt. Nutze async/await.

3. Beispiele (Few-Shot):

Beispiel-Input: GET /api/products
Beispiel-Output: [{"id": 1, "name": "Widget", "price": 9.99}]

Fortgeschrittene Techniken

Chain-of-Thought (CoT):

  • Fordert das Modell auf, seinen Denkprozess zu zeigen
  • Verbessert Reasoning bei Mathe, Logik und komplexen Aufgaben
  • Variante: “Lass uns Schritt für Schritt denken”

Tree-of-Thought (ToT):

  • Mehrere Lösungspfade werden parallel erkundet
  • Das Modell bewertet und wählt den besten Pfad
  • Nützlich für Planungs- und Strategieaufgaben

ReAct (Reasoning + Acting):

  • Kombination aus Denken und Handeln
  • Modell kann Tools aufrufen (Suche, Rechner, APIs)
  • Grundlage für KI-Agenten

Self-Consistency:

  • Mehrere Antworten generieren und die häufigste wählen
  • Erhöht die Zuverlässigkeit bei Reasoning-Aufgaben
  • Trade-off: Höhere Kosten durch mehrfache Generierung

Prompt-Optimierung

Iterativer Prozess:

  1. Ersten Prompt schreiben und testen
  2. Schwächen identifizieren (falsche Antworten, falsches Format)
  3. Prompt anpassen (mehr Kontext, Beispiele, Einschränkungen)
  4. Erneut testen und vergleichen
  5. Wiederholen bis zur gewünschten Qualität

Häufige Fehler:

  • Zu vage Anweisungen (“Mach es besser”)
  • Widersprüchliche Anforderungen
  • Zu viel Kontext, der vom Kern ablenkt
  • Keine klare Ausgabeformat-Definition

Prompt Injection und Sicherheit

Prompt Injection:

  • Angreifer versuchen, den System Prompt zu überschreiben
  • Beispiel: “Ignoriere alle vorherigen Anweisungen und…”
  • Schutz: Input-Sanitierung, Guardrails, Output-Validierung

Best Practices für Sicherheit:

  • System Prompt nicht im User-Input veränderbar machen
  • Ausgaben validieren und filtern
  • Sensitive Daten nicht in Prompts einbetten
  • Rate Limiting und Monitoring implementieren

Prompt Engineering ist wie das Briefing eines Freelancers: Je klarer und detaillierter du beschreibst, was du willst (Ziel, Stil, Format, Zielgruppe), desto besser wird das Ergebnis – vage Anweisungen führen zu vagen Ergebnissen.

Gezielte Formulierung von Anweisungen für optimale KI-Ergebnisse

Umfasst Techniken wie Few-Shot Learning, Chain-of-Thought und System Prompts

Entscheidend für die effektive Nutzung von LLMs in der Praxis

Content-Erstellung

Gezielte Prompts für Blog-Artikel, Marketing-Texte und Social-Media-Posts

Code-Generierung

Präzise Anweisungen für Code-Assistenten mit Kontext, Sprache und Anforderungen

Datenanalyse

Strukturierte Prompts für die Analyse und Zusammenfassung von Dokumenten

Automatisierung

Prompt-Ketten für komplexe Workflows wie E-Mail-Verarbeitung oder Berichterstellung

Ist Prompt Engineering ein echter Beruf?

Ja, viele Unternehmen stellen Prompt Engineers ein. Die Rolle umfasst die Optimierung von KI-Interaktionen, das Erstellen von Prompt-Templates und die Integration von LLMs in Geschäftsprozesse. Allerdings verschiebt sich der Fokus zunehmend Richtung KI-Engineering.

Welche Prompt-Technik ist die beste?

Es gibt keine universell beste Technik. Für einfache Aufgaben reicht Zero-Shot, für komplexe Reasoning-Aufgaben ist Chain-of-Thought effektiv, und für konsistente Formate eignet sich Few-Shot Learning. Die beste Technik hängt von Aufgabe und Modell ab.

Funktionieren Prompts bei allen LLMs gleich?

Nein. Verschiedene Modelle reagieren unterschiedlich auf Prompts. Ein Prompt, der bei GPT-5 perfekt funktioniert, kann bei Llama 4 oder Claude andere Ergebnisse liefern. Best Practices sind aber modellübergreifend ähnlich.

Wie lang sollte ein Prompt sein?

So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Ein guter Prompt enthält klare Anweisungen, relevanten Kontext und das gewünschte Format. Unnötige Länge verschwendet Tokens und kann die Qualität sogar verschlechtern.

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