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DevOps Digital · Updated 3. März 2026

SaaS, PaaS und IaaS

Definition

Die drei grundlegenden Cloud-Servicemodelle: Software as a Service (fertige Anwendungen), Platform as a Service (Entwicklungsplattform) und Infrastructure as a Service (virtuelle Infrastruktur).

Einsteiger 3 Min. Lesezeit EN: SaaS / PaaS / IaaS

Einfach erklärt

Cloud Computing hat die IT-Welt in drei Schichten aufgeteilt. Je höher die Schicht, desto weniger musst du selbst verwalten – aber desto weniger Kontrolle hast du auch.

Die Verantwortungsteilung:

Was du verwaltestOn-PremiseIaaSPaaSSaaS
AnwendungDuDuDuAnbieter
DatenDuDuDuDu*
RuntimeDuDuAnbieterAnbieter
MiddlewareDuDuAnbieterAnbieter
BetriebssystemDuDuAnbieterAnbieter
VirtualisierungDuAnbieterAnbieterAnbieter
HardwareDuAnbieterAnbieterAnbieter

*Daten liegen beim Anbieter, aber du bist verantwortlich.

IaaS – Infrastructure as a Service

Du mietest virtuelle Infrastruktur: Server, Netzwerke, Storage. Du installierst Betriebssystem, Middleware und Anwendung selbst. Maximale Kontrolle, maximaler Aufwand.

Typische Anbieter: AWS EC2, Azure Virtual Machines, Google Compute Engine, Hetzner Cloud

Geeignet für: Spezielle Compliance-Anforderungen, Legacy-Anwendungen, volle Kontrolle über Konfiguration

PaaS – Platform as a Service

Du deployest nur deinen Code. Die Plattform kümmert sich um Betriebssystem, Runtime, Skalierung und Verfügbarkeit. Du denkst in Anwendungen, nicht in Servern.

Typische Anbieter: Heroku, Railway, Render, Google App Engine, AWS Elastic Beanstalk, Vercel, Netlify

Geeignet für: Entwicklerteams ohne Ops-Expertise, schnelles Prototyping, Standard-Anwendungen

SaaS – Software as a Service

Du nutzt eine fertige Anwendung im Browser oder per App. Kein Setup, keine Updates, keine Infrastruktur. Du zahlst pro Nutzer oder Nutzung.

Typische Anbieter: Slack, Notion, Salesforce, HubSpot, Gmail, Figma, GitHub

Geeignet für: Standardprozesse, kleine Teams, wenn kein Wettbewerbsvorteil durch eigene Software

Technischer Deep Dive

KI-spezifische Cloud-Dienste

IaaS für KI:
  AWS EC2 P4d (A100 GPUs) – Training großer Modelle
  Google Cloud TPU v4 – Tensor Processing Units
  Azure NDv4 (A100) – Enterprise KI-Training

PaaS für KI:
  Google Vertex AI – End-to-End ML-Plattform
  AWS SageMaker – Training, Deployment, Monitoring
  Azure ML – MLOps-Plattform

SaaS für KI:
  OpenAI API – GPT-5, Embeddings, Whisper
  Anthropic Claude API – Claude-Modelle
  Google Gemini API – Gemini-Modelle
  Hugging Face Inference API – Open-Source-Modelle

Kostenvergleich: Beispiel Web-App

On-Premise:
  Server: 5.000€ einmalig
  Strom/Kühlung: 200€/Monat
  Admin: 0,5 FTE = 3.000€/Monat
  Total: ~3.200€/Monat

IaaS (AWS EC2 t3.medium):
  Instanz: 35€/Monat
  Storage: 10€/Monat
  Admin: 0,2 FTE = 1.200€/Monat
  Total: ~1.245€/Monat

PaaS (Heroku Standard):
  Dyno: 25€/Monat
  Postgres: 50€/Monat
  Admin: 0,05 FTE = 300€/Monat
  Total: ~375€/Monat

SaaS (wenn verfügbar):
  Lizenz: 50-500€/Monat
  Admin: 0€
  Total: 50-500€/Monat

Multi-Cloud und Hybrid-Cloud

Die meisten Unternehmen nutzen mehrere Modelle gleichzeitig:

Typische Enterprise-Architektur:
  SaaS: Slack, Microsoft 365, Salesforce
  PaaS: AWS Lambda (Serverless), Vercel (Frontend)
  IaaS: AWS EC2 (Legacy-Apps), Azure VMs (Compliance-Daten)
  On-Premise: Hochsensible Daten, Legacy-Systeme

Hybrid Cloud:
  Kritische Daten on-premise
  Skalierung in die Cloud bei Lastspitzen (Cloud Bursting)

Shared Responsibility Model

IaaS (z. B. AWS EC2):
  AWS verantwortet: Physische Sicherheit, Hypervisor, Netzwerk
  Du verantwortest: OS-Patches, Firewall-Regeln, App-Sicherheit, Daten

PaaS (z. B. Heroku):
  Heroku verantwortet: OS, Runtime, Netzwerk, Skalierung
  Du verantwortest: App-Code, Daten, Zugangsverwaltung

SaaS (z. B. Salesforce):
  Salesforce verantwortet: Alles außer Daten und Zugänge
  Du verantwortest: Dateneingabe, Nutzerrechte, Konfiguration

Stell dir Pizza vor: IaaS ist der Backofen – du bekommst die Infrastruktur, kochst aber selbst. PaaS ist die Pizzeria-Küche – Ofen, Teig und Zutaten sind da, du machst nur den Belag. SaaS ist die fertige Pizza geliefert – du isst nur noch.

IaaS: Virtuelle Server, Netzwerke, Storage – du verwaltest alles darüber (AWS EC2, Azure VMs)

PaaS: Laufzeitumgebung und Middleware – du deployest nur Code (Heroku, Google App Engine)

SaaS: Fertige Anwendung im Browser – kein Setup, nur nutzen (Slack, Salesforce, Gmail)

Startup ohne IT-Team

SaaS für alles: Slack (Kommunikation), Notion (Docs), HubSpot (CRM) – kein Server, kein Admin

Entwicklerteam

PaaS wie Heroku oder Railway: Code pushen, läuft sofort – kein Ops-Wissen nötig

Enterprise mit speziellen Anforderungen

IaaS wie AWS oder Azure: Volle Kontrolle über Infrastruktur, Compliance, Netzwerk

KI-Anwendungen

GPU-Instanzen (IaaS) für Training, ML-Plattformen (PaaS) für Deployment, KI-APIs (SaaS) für Integration

Welches Modell ist das richtige für mein Unternehmen?

Faustregel: SaaS für Standardprozesse (E-Mail, CRM, HR), PaaS für eigene Anwendungsentwicklung ohne Ops-Aufwand, IaaS für spezielle Anforderungen (Compliance, Performance, Legacy-Systeme). Die meisten Unternehmen nutzen alle drei gleichzeitig.

Was ist der Unterschied zwischen PaaS und Serverless?

PaaS stellt eine Laufzeitumgebung bereit, auf der du Anwendungen deployest – du denkst in Servern oder Containern. Serverless (FaaS) ist eine Weiterentwicklung: Du deployest einzelne Funktionen, keine Anwendungen. Skalierung, Verfügbarkeit und Infrastruktur sind vollständig abstrahiert.

Ist SaaS immer günstiger als selbst betriebene Software?

Bei kleinen Teams fast immer ja – keine Infrastrukturkosten, kein Admin-Aufwand. Bei großen Unternehmen kann es kippen: Hohe SaaS-Lizenzkosten vs. eigene Infrastruktur. Viele Unternehmen machen einen 'Cloud Repatriation' – sie holen bestimmte Workloads zurück ins eigene Rechenzentrum.

Was ist XaaS?

Everything as a Service – der Oberbegriff für alle Cloud-Servicemodelle. Neben SaaS, PaaS und IaaS gibt es: DBaaS (Database as a Service), FaaS (Function as a Service / Serverless), AIaaS (AI as a Service), SECaaS (Security as a Service) und viele mehr.

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