Design Patterns
Bewährte Lösungsschablonen für wiederkehrende Probleme in der Softwareentwicklung – von Singleton über Observer bis Factory.
Fünf fundamentale Designprinzipien der objektorientierten Programmierung, die zu wartbarem, erweiterbarem und testbarem Code führen.
Die SOLID-Prinzipien sind fünf grundlegende Designprinzipien für objektorientierte Software, die wartbaren, erweiterbaren und testbaren Code fördern. Sie wurden von Robert C. Martin (Uncle Bob) formuliert und sind heute Standard in professioneller Softwareentwicklung. Für KI-Systeme sind SOLID-Prinzipien besonders relevant: ML-Pipelines, Inferenz-Services und Daten-Prozessoren werden schnell komplex – gute Architektur verhindert, dass sie unwartbar werden.
SOLID ist ein Akronym für fünf Prinzipien, die Robert C. Martin (Uncle Bob) populär gemacht hat. Sie helfen dabei, Software zu bauen, die sich leicht ändern und erweitern lässt.
Warum ist das wichtig?
Ohne gute Struktur wird Code schnell zum “Spaghetti-Code”: Alles hängt mit allem zusammen, eine kleine Änderung bricht zehn andere Stellen. SOLID verhindert das.
Die fünf Prinzipien auf einen Blick:
| Buchstabe | Prinzip | Bedeutung |
|---|---|---|
| S | Single Responsibility | Jede Klasse macht nur eine Sache |
| O | Open/Closed | Erweiterbar ohne bestehenden Code zu ändern |
| L | Liskov Substitution | Unterklassen müssen wie ihre Oberklasse funktionieren |
| I | Interface Segregation | Kleine, spezifische Schnittstellen |
| D | Dependency Inversion | Abhängigkeiten über Abstraktionen, nicht konkrete Klassen |
Praxis-Beispiel:
Stell dir vor, du baust einen KI-Chatbot. Ohne SOLID hättest du eine riesige Klasse, die API-Calls macht, Datenbank speichert, E-Mails sendet und Logs schreibt. Mit SOLID hast du kleine, austauschbare Bausteine – du kannst den LLM-Provider wechseln, ohne den Rest anzufassen.
Eine Klasse sollte nur einen Grund haben, sich zu ändern.
// ❌ Schlecht: Klasse macht zu viel
class UserService {
createUser() { ... }
sendWelcomeEmail() { ... }
generateReport() { ... }
}
// ✅ Gut: Getrennte Verantwortlichkeiten
class UserService { createUser() { ... } }
class EmailService { sendWelcomeEmail() { ... } }
class ReportService { generateReport() { ... } }
Offen für Erweiterung, geschlossen für Änderung.
// ✅ Neue Embedding-Provider hinzufügen ohne bestehenden Code zu ändern
interface EmbeddingProvider {
embed(text: string): Promise<number[]>;
}
class OpenAIProvider implements EmbeddingProvider { ... }
class CohereProvider implements EmbeddingProvider { ... }
// Neuer Provider → neue Klasse, kein bestehender Code geändert
Abhängigkeiten auf Abstraktionen, nicht auf konkrete Implementierungen.
// ❌ Direkte Abhängigkeit
class RAGService {
private db = new PineconeClient(); // fest verdrahtet
}
// ✅ Abstraktion
class RAGService {
constructor(private vectorStore: VectorStore) {} // austauschbar
} SOLID ist wie die Bauvorschriften beim Hausbau: Man kann auch ohne sie bauen, aber mit ihnen steht das Haus stabiler, lässt sich leichter umbauen und hält länger.
S – Single Responsibility: Jede Klasse hat genau eine Aufgabe
O – Open/Closed: Offen für Erweiterung, geschlossen für Änderung
L – Liskov Substitution: Unterklassen müssen die Oberklasse ersetzen können
I – Interface Segregation: Kleine, spezifische Interfaces statt großer, allgemeiner
D – Dependency Inversion: Abhängigkeiten auf Abstraktionen, nicht auf Implementierungen
Plugin-Architekturen
Open/Closed Principle für erweiterbare Systeme ohne bestehenden Code zu ändern
Testbarkeit
Dependency Inversion ermöglicht einfaches Mocken von Abhängigkeiten
KI-Provider-Abstraktion
Interface Segregation für austauschbare LLM-Provider (OpenAI, Anthropic, lokale Modelle)
Microservices
Single Responsibility auf Service-Ebene: Jeder Service hat eine klare Domäne
Nein. SOLID sind Richtlinien, keine Gesetze. In kleinen Projekten kann striktes SOLID Over-Engineering sein. Die Prinzipien werden wichtiger, je größer und langlebiger ein Projekt ist.
Die Konzepte dahinter (Trennung von Verantwortlichkeiten, Abstraktion, Erweiterbarkeit) gelten universell – die konkrete Umsetzung sieht in FP anders aus.
Um die SOLID-Prinzipien in Ihrem Code umzusetzen, sollten Sie sicherstellen, dass jede Klasse eine einzige Verantwortung hat und dass Abhängigkeiten über Schnittstellen verwaltet werden. Regelmäßige Code-Reviews und Refactoring helfen, die Prinzipien im Auge zu behalten und die Wartbarkeit zu erhöhen.
Ja, es gibt verschiedene Tools und Plugins, die Ihnen helfen können, die Einhaltung der SOLID-Prinzipien zu überprüfen, wie z.B. statische Code-Analyse-Tools. Diese Tools analysieren Ihren Code auf potenzielle Verstöße gegen die Prinzipien und geben Ihnen Empfehlungen zur Verbesserung der Struktur und Wartbarkeit.