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Digital Marketing · Updated 19. Februar 2026

User Journey

Definition

Die vollständige Abfolge von Schritten, die ein Nutzer durchläuft, um ein Ziel zu erreichen – von der ersten Berührung mit einem Produkt bis zur langfristigen Bindung.

Einsteiger 3 Min. Lesezeit EN: User Journey

Einfach erklärt

Ein Nutzer kauft nicht einfach – er durchläuft eine Reise. Er wird auf ein Produkt aufmerksam, recherchiert, vergleicht, zögert, kauft, nutzt, und entscheidet dann, ob er wiederkommt. An jedem dieser Schritte kann das Produkt überzeugen oder verlieren.

Die User Journey macht diese Reise sichtbar und analysierbar. Statt zu fragen „Warum kaufen Nutzer nicht?” fragt man: „An welchem Punkt der Journey verlieren wir sie, und warum?”

Die klassischen Phasen

1. AWARENESS – Nutzer wird auf Produkt aufmerksam
   Touchpoints: Google-Suche, Social Media, Empfehlung, Werbung
   Frage: Wie finden Nutzer uns?

2. CONSIDERATION – Nutzer evaluiert das Produkt
   Touchpoints: Website, Reviews, Vergleichsseiten, Demo
   Frage: Was überzeugt oder schreckt ab?

3. DECISION – Nutzer entscheidet sich
   Touchpoints: Pricing-Seite, Checkout, Registrierung
   Frage: Was verhindert die Conversion?

4. ONBOARDING – Nutzer lernt das Produkt kennen
   Touchpoints: Welcome-E-Mail, Tutorial, First Use
   Frage: Wann erlebt der Nutzer den "Aha-Moment"?

5. RETENTION – Nutzer wird zum Stammnutzer
   Touchpoints: Push-Notifications, Feature-Updates, Support
   Frage: Was bringt Nutzer zurück?

6. ADVOCACY – Nutzer empfiehlt weiter
   Touchpoints: Referral-Programm, Reviews, Word-of-Mouth
   Frage: Was macht Nutzer zu Botschaftern?

Technischer Deep Dive

Journey Map erstellen

Persona: "Anna, 34, Marketing-Managerin, sucht KI-Tool für Content"

Phase: AWARENESS
  Aktion: Googelt "KI-Tool für Blog-Artikel"
  Gedanken: "Gibt es was, das mir Zeit spart?"
  Gefühl: 😐 Neugierig
  Touchpoint: Google-Suchergebnis
  Pain Point: Zu viele Ergebnisse, unklar was passt
  Opportunity: SEO-optimierter Vergleichsartikel

Phase: CONSIDERATION
  Aktion: Besucht Website, schaut Demo-Video
  Gedanken: "Sieht gut aus, aber was kostet es?"
  Gefühl: 🤔 Interessiert aber skeptisch
  Touchpoint: Landing Page, Demo-Video
  Pain Point: Pricing nicht sofort sichtbar
  Opportunity: Pricing prominenter, Social Proof hinzufügen

Phase: DECISION
  Aktion: Startet kostenlose Testversion
  Gedanken: "Mal sehen ob es wirklich funktioniert"
  Gefühl: 😊 Hoffnungsvoll
  Touchpoint: Registrierungsformular
  Pain Point: Zu viele Pflichtfelder
  Opportunity: Minimales Onboarding, sofort Wert zeigen

Emotionskurve

Die Emotionskurve zeigt, wie sich das Gefühl des Nutzers über die Journey verändert:

Gefühl
  😍 |                    *
  😊 |          *              *
  😐 |    *                         *
  😕 |                    *
  😤 |
      Awareness  Consider  Decision  Onboard  Retention

Ziel: Emotionskurve glätten, Tiefpunkte eliminieren

Datenquellen für Journey-Analyse

PhaseQuantitative DatenQualitative Daten
AwarenessSEO-Rankings, Ad-ImpressionsNutzerinterviews
ConsiderationSeitenaufrufe, Scroll-Tiefe, HeatmapsUsability-Tests
DecisionConversion Rate, AbbruchrateExit-Umfragen
OnboardingFeature-Adoption, Time-to-ValueSession Recordings
RetentionDAU/MAU, Churn RateNPS-Umfragen

Jobs to be Done (JTBD) als Ergänzung

Die User Journey beschreibt das Wie – JTBD beschreibt das Warum:

User Journey: Nutzer sucht → findet → registriert → nutzt Feature X
JTBD: "Wenn ich einen Blog-Artikel schreibe, möchte ich schnell
       gute Ideen bekommen, damit ich nicht stundenlang vor dem
       leeren Dokument sitze."

Kombination: Journey zeigt Schritte, JTBD erklärt Motivation
→ Bessere Produktentscheidungen

KI in der Journey-Analyse

# Automatische Journey-Analyse mit LLM
import openai

def analyze_session_recording(transcript: str) -> dict:
    response = openai.chat.completions.create(
        model="gpt-5",
        messages=[{
            "role": "system",
            "content": "Analysiere diese Session-Aufzeichnung und identifiziere: Pain Points, Aha-Momente, Abbruchgründe"
        }, {
            "role": "user",
            "content": transcript
        }]
    )
    return parse_analysis(response.choices[0].message.content)

# Ergebnis: Strukturierte Pain Points aus Hunderten Sessions
# ohne manuelle Auswertung

Eine User Journey ist wie eine Reiseroute: Du planst nicht nur das Ziel (Kauf), sondern alle Stationen davor und danach – Inspiration, Recherche, Buchung, Anreise, Erlebnis, Erinnerung. An jeder Station kann etwas schiefgehen oder begeistern.

Beschreibt alle Touchpoints zwischen Nutzer und Produkt – nicht nur den Kaufmoment

Hilft, Reibungspunkte (Pain Points) und Begeisterungsmomente (Delight Points) zu identifizieren

Grundlage für UX-Design, Marketing-Funnels und Produktentwicklung

E-Commerce-Optimierung

Wo brechen Nutzer ab? Warenkorb-Abbrüche, Checkout-Probleme, fehlende Vertrauenssignale identifizieren

SaaS-Onboarding

Vom ersten Login bis zum 'Aha-Moment' – wo verlieren Nutzer die Motivation?

KI-Tool-Design

Wie entdecken Nutzer das Tool, wie lernen sie es, wann werden sie zu Stammnutzern?

Was ist der Unterschied zwischen User Journey und Customer Journey?

Customer Journey fokussiert auf die Kaufentscheidung und Kundenbeziehung aus Marketing-Sicht – von Awareness bis Loyalty. User Journey fokussiert auf die Interaktion mit einem konkreten Produkt oder Interface aus UX-Sicht – von der ersten Nutzung bis zur Routine. Beide überschneiden sich, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Was ist ein Journey Map?

Eine visuelle Darstellung der User Journey: Phasen (Awareness, Consideration, Purchase, Retention), Aktionen des Nutzers, Gedanken und Gefühle, Touchpoints (Website, App, E-Mail, Support), Pain Points und Opportunities. Wird als Workshop-Artefakt erstellt und regelmäßig aktualisiert.

Wie erstellt man eine User Journey?

1. Persona definieren (für wen?). 2. Ziel festlegen (was will der Nutzer erreichen?). 3. Phasen identifizieren. 4. Touchpoints und Aktionen pro Phase erfassen. 5. Gefühle und Pain Points ergänzen (aus Nutzerforschung, nicht aus Annahmen). 6. Opportunities ableiten. 7. Regelmäßig mit echten Nutzerdaten validieren.

Was ist ein Touchpoint?

Jeder Kontaktpunkt zwischen Nutzer und Marke/Produkt: Website, App, E-Mail, Social Media, Kundenservice, Verpackung, Rechnung. Touchpoints können digital oder physisch sein. Jeder Touchpoint ist eine Chance, zu begeistern oder zu enttäuschen.

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