Design Thinking
Eine iterative Innovationsmethode, die Empathie für Nutzer, kreative Ideenfindung und schnelles Prototyping kombiniert – um Probleme zu lösen, die noch nicht klar definiert sind.
Die vollständige Abfolge von Schritten, die ein Nutzer durchläuft, um ein Ziel zu erreichen – von der ersten Berührung mit einem Produkt bis zur langfristigen Bindung.
Ein Nutzer kauft nicht einfach – er durchläuft eine Reise. Er wird auf ein Produkt aufmerksam, recherchiert, vergleicht, zögert, kauft, nutzt, und entscheidet dann, ob er wiederkommt. An jedem dieser Schritte kann das Produkt überzeugen oder verlieren.
Die User Journey macht diese Reise sichtbar und analysierbar. Statt zu fragen „Warum kaufen Nutzer nicht?” fragt man: „An welchem Punkt der Journey verlieren wir sie, und warum?”
1. AWARENESS – Nutzer wird auf Produkt aufmerksam
Touchpoints: Google-Suche, Social Media, Empfehlung, Werbung
Frage: Wie finden Nutzer uns?
2. CONSIDERATION – Nutzer evaluiert das Produkt
Touchpoints: Website, Reviews, Vergleichsseiten, Demo
Frage: Was überzeugt oder schreckt ab?
3. DECISION – Nutzer entscheidet sich
Touchpoints: Pricing-Seite, Checkout, Registrierung
Frage: Was verhindert die Conversion?
4. ONBOARDING – Nutzer lernt das Produkt kennen
Touchpoints: Welcome-E-Mail, Tutorial, First Use
Frage: Wann erlebt der Nutzer den "Aha-Moment"?
5. RETENTION – Nutzer wird zum Stammnutzer
Touchpoints: Push-Notifications, Feature-Updates, Support
Frage: Was bringt Nutzer zurück?
6. ADVOCACY – Nutzer empfiehlt weiter
Touchpoints: Referral-Programm, Reviews, Word-of-Mouth
Frage: Was macht Nutzer zu Botschaftern?
Persona: "Anna, 34, Marketing-Managerin, sucht KI-Tool für Content"
Phase: AWARENESS
Aktion: Googelt "KI-Tool für Blog-Artikel"
Gedanken: "Gibt es was, das mir Zeit spart?"
Gefühl: 😐 Neugierig
Touchpoint: Google-Suchergebnis
Pain Point: Zu viele Ergebnisse, unklar was passt
Opportunity: SEO-optimierter Vergleichsartikel
Phase: CONSIDERATION
Aktion: Besucht Website, schaut Demo-Video
Gedanken: "Sieht gut aus, aber was kostet es?"
Gefühl: 🤔 Interessiert aber skeptisch
Touchpoint: Landing Page, Demo-Video
Pain Point: Pricing nicht sofort sichtbar
Opportunity: Pricing prominenter, Social Proof hinzufügen
Phase: DECISION
Aktion: Startet kostenlose Testversion
Gedanken: "Mal sehen ob es wirklich funktioniert"
Gefühl: 😊 Hoffnungsvoll
Touchpoint: Registrierungsformular
Pain Point: Zu viele Pflichtfelder
Opportunity: Minimales Onboarding, sofort Wert zeigen
Die Emotionskurve zeigt, wie sich das Gefühl des Nutzers über die Journey verändert:
Gefühl
😍 | *
😊 | * *
😐 | * *
😕 | *
😤 |
Awareness Consider Decision Onboard Retention
Ziel: Emotionskurve glätten, Tiefpunkte eliminieren
| Phase | Quantitative Daten | Qualitative Daten |
|---|---|---|
| Awareness | SEO-Rankings, Ad-Impressions | Nutzerinterviews |
| Consideration | Seitenaufrufe, Scroll-Tiefe, Heatmaps | Usability-Tests |
| Decision | Conversion Rate, Abbruchrate | Exit-Umfragen |
| Onboarding | Feature-Adoption, Time-to-Value | Session Recordings |
| Retention | DAU/MAU, Churn Rate | NPS-Umfragen |
Die User Journey beschreibt das Wie – JTBD beschreibt das Warum:
User Journey: Nutzer sucht → findet → registriert → nutzt Feature X
JTBD: "Wenn ich einen Blog-Artikel schreibe, möchte ich schnell
gute Ideen bekommen, damit ich nicht stundenlang vor dem
leeren Dokument sitze."
Kombination: Journey zeigt Schritte, JTBD erklärt Motivation
→ Bessere Produktentscheidungen
# Automatische Journey-Analyse mit LLM
import openai
def analyze_session_recording(transcript: str) -> dict:
response = openai.chat.completions.create(
model="gpt-5",
messages=[{
"role": "system",
"content": "Analysiere diese Session-Aufzeichnung und identifiziere: Pain Points, Aha-Momente, Abbruchgründe"
}, {
"role": "user",
"content": transcript
}]
)
return parse_analysis(response.choices[0].message.content)
# Ergebnis: Strukturierte Pain Points aus Hunderten Sessions
# ohne manuelle Auswertung Eine User Journey ist wie eine Reiseroute: Du planst nicht nur das Ziel (Kauf), sondern alle Stationen davor und danach – Inspiration, Recherche, Buchung, Anreise, Erlebnis, Erinnerung. An jeder Station kann etwas schiefgehen oder begeistern.
Beschreibt alle Touchpoints zwischen Nutzer und Produkt – nicht nur den Kaufmoment
Hilft, Reibungspunkte (Pain Points) und Begeisterungsmomente (Delight Points) zu identifizieren
Grundlage für UX-Design, Marketing-Funnels und Produktentwicklung
E-Commerce-Optimierung
Wo brechen Nutzer ab? Warenkorb-Abbrüche, Checkout-Probleme, fehlende Vertrauenssignale identifizieren
SaaS-Onboarding
Vom ersten Login bis zum 'Aha-Moment' – wo verlieren Nutzer die Motivation?
KI-Tool-Design
Wie entdecken Nutzer das Tool, wie lernen sie es, wann werden sie zu Stammnutzern?
Customer Journey fokussiert auf die Kaufentscheidung und Kundenbeziehung aus Marketing-Sicht – von Awareness bis Loyalty. User Journey fokussiert auf die Interaktion mit einem konkreten Produkt oder Interface aus UX-Sicht – von der ersten Nutzung bis zur Routine. Beide überschneiden sich, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Eine visuelle Darstellung der User Journey: Phasen (Awareness, Consideration, Purchase, Retention), Aktionen des Nutzers, Gedanken und Gefühle, Touchpoints (Website, App, E-Mail, Support), Pain Points und Opportunities. Wird als Workshop-Artefakt erstellt und regelmäßig aktualisiert.
1. Persona definieren (für wen?). 2. Ziel festlegen (was will der Nutzer erreichen?). 3. Phasen identifizieren. 4. Touchpoints und Aktionen pro Phase erfassen. 5. Gefühle und Pain Points ergänzen (aus Nutzerforschung, nicht aus Annahmen). 6. Opportunities ableiten. 7. Regelmäßig mit echten Nutzerdaten validieren.
Jeder Kontaktpunkt zwischen Nutzer und Marke/Produkt: Website, App, E-Mail, Social Media, Kundenservice, Verpackung, Rechnung. Touchpoints können digital oder physisch sein. Jeder Touchpoint ist eine Chance, zu begeistern oder zu enttäuschen.