Tool Use / Function Calling

Wenn ein Modell Daten abfragt oder Aktionen vorbereitet

Die Fähigkeit von Sprachmodellen, externe Werkzeuge und Funktionen aufzurufen – von Websuche über Code-Ausführung bis zu API-Aufrufen.

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Auf einen Blick

3 Punkte

  1. LLMs können strukturierte Funktionsaufrufe generieren statt nur Text
  2. Ermöglicht Zugriff auf aktuelle Daten, Berechnungen und externe Systeme
  3. Grundlage für KI-Agenten und automatisierte Workflows

Sofortantwort

Tool Use / Function Calling einfach erklärt

Sprachmodelle können externe Werkzeuge und Funktionen nutzen.

Kurz gesagt
LLMs können strukturierte Funktionsaufrufe generieren statt nur Text
Typischer Einsatz
Aktuelle Informationen, Berechnungen, Datenbankabfragen
Wichtig zu wissen
Grundlage für KI-Agenten und automatisierte Workflows

Tool Use / Function Calling im Überblick

Tool Use ermöglicht es Sprachmodellen, über reinen Text hinauszugehen und echte Aktionen auszuführen. Statt zu sagen “Ich kann das nicht nachschlagen”, kann das Modell eine Websuche starten und aktuelle Informationen liefern.

Der Ablauf:

User: "Wie ist das Wetter in Berlin?"

LLM: Erkennt → Tool "get_weather" aufrufen mit {"city": "Berlin"}

System: Ruft Wetter-API auf → {"temp": 12, "condition": "bewölkt"}

LLM: "In Berlin sind es aktuell 12°C bei bewölktem Himmel."

Technisch betrachtet

Function Definition

{
  "name": "get_weather",
  "description": "Gibt das aktuelle Wetter für eine Stadt zurück",
  "parameters": {
    "type": "object",
    "properties": {
      "city": {"type": "string", "description": "Name der Stadt"},
      "unit": {"type": "string", "enum": ["celsius", "fahrenheit"]}
    },
    "required": ["city"]
  }
}

Parallel Function Calling

Moderne Modelle können mehrere Tools gleichzeitig aufrufen:

  • “Wie ist das Wetter in Berlin und München?” → Zwei parallele API-Calls
  • Reduziert Latenz und Anzahl der LLM-Aufrufe

Sicherheit

  • Input Validation: Parameter des Funktionsaufrufs validieren
  • Allowlisting: Nur definierte Funktionen erlauben
  • Rate Limiting: Anzahl der Tool-Aufrufe begrenzen
  • Confirmation: Kritische Aktionen (Löschen, Bezahlen) bestätigen lassen

Schritt für Schritt

Tool Use als kontrollierter Kreislauf

Tool Use erweitert ein Modell um Daten und Aktionen. Die Anwendung muss jedoch jede Ausführung begrenzen, überwachen und bei Bedarf bestätigen lassen.

  1. Werkzeuge begrenzen

    Auswahl

    Die Anwendung stellt nur Tools bereit, die für die Aufgabe nötig sind, jeweils mit klarer Beschreibung und minimalen Rechten.

    Aufgabe → kleine Tool-Auswahl
  2. Aufruf vorschlagen

    Vorschlag

    Das Modell wählt ein Tool und liefert strukturierte Argumente, wenn es für die Aufgabe zusätzliche Daten oder eine Aktion braucht.

    Anfrage → Tool + Parameter
  3. Risiko prüfen und ausführen

    Kontrolle

    Der Server prüft Parameter, Berechtigung, Rate Limits und gegebenenfalls eine Freigabe vor der echten Ausführung.

    Validieren → ausführen oder ablehnen
  4. Beobachtung verwenden

    Ergebnis

    Das Tool-Ergebnis wird als Daten zurückgegeben, damit das Modell die Antwort mit nachvollziehbaren Fakten formulieren kann.

    Daten → Antwort oder nächster Schritt

Konkretes Beispiel

Beispiel: Den Lieferstatus prüfen

Ein Kundenservice-Assistent soll eine Bestellung nachschlagen, darf aber keine Adresse ändern oder Geld erstatten.

Breites, unkontrolliertes Tool

Ein einziges Bestell-Tool kann lesen, ändern und erstatten. Ein falscher Aufruf hätte unmittelbare Folgen.

Klein geschnittene Berechtigung

Der Assistent erhält nur ein Lesetool für Status und Tracking. Änderungen bleiben in einem getrennten, bestätigungspflichtigen Ablauf.

Tool Use wird sicherer, wenn jedes Werkzeug nur eine klar abgegrenzte Fähigkeit mit minimalen Rechten anbietet.

Einordnung

Vorteile und Grenzen

Das spricht dafür

  • Bringt aktuelle Daten, Berechnungen und externe Systeme in eine Modellinteraktion.
  • Macht Antworten überprüfbarer, wenn Tool-Ergebnisse als Quellen sichtbar sind.
  • Erlaubt schrittweise Problemlösung über mehrere spezialisierte Tools.
  • Entkoppelt natürliche Sprache von der eigentlichen Geschäftslogik.

Das solltest du beachten

  • Falsche Parameter oder Tool-Wahlen können zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
  • Externe Systeme bringen Latenz, Ausfälle und eigene Sicherheitsrisiken mit.
  • Schreibende Aktionen benötigen klare Freigaben und Audit-Trails.
  • Zu viele überlappende Tools machen Entscheidungen unzuverlässiger.
Vertiefung · für Fortgeschrittene

Sichere Tool-Nutzung in einer Anwendung

Der Server bleibt die Instanz, die Berechtigungen und tatsächliche Aktionen kontrolliert.

Wissenskarte

Modell schlägt vor

Das Modell sollte nie direkten Zugriff auf Geheimnisse oder unbeschränkte Aktionen erhalten. Tool Use gliedert sich in: Nutzeraufgabe, LLM, Tool-Schema, Policy Engine, Externer Dienst, Audit Log.

01Einsatzbereiche

Wann ist Tool Use / Function Calling sinnvoll?

Geeignet für

  • Aktuelle InformationenLLM ruft eine Websuche auf, um aktuelle Nachrichten oder Preise zu finden
  • BerechnungenMathematische Berechnungen an einen Code-Interpreter delegieren
  • DatenbankabfragenLLM generiert SQL-Queries und ruft Datenbanken ab
  • Buchungen und BestellungenLLM ruft APIs auf, um Flüge zu buchen oder Bestellungen aufzugeben

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02Werkzeuge

Womit Tool Use / Function Calling umgesetzt wird

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Merksatz

Tool Use ist wie ein Handwerker, der weiß, wann er den Hammer, die Säge oder den Schraubenzieher braucht

das LLM erkennt, welches Werkzeug für die aktuelle Aufgabe am besten geeignet ist.

  1. LLMs können strukturierte Funktionsaufrufe generieren statt nur Text
  2. Ermöglicht Zugriff auf aktuelle Daten, Berechnungen und externe Systeme
  3. Grundlage für KI-Agenten und automatisierte Workflows

03Wissensnetz

Diese Begriffe brauchst du ebenfalls

Nicht „ähnliche Artikel", sondern die Rolle, die jeder Begriff für Tool Use / Function Calling spielt.

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04Anwenden

Tool Use / Function Calling praktisch anwenden

  • KI-Agenten verstehen

    Den Unterschied zwischen einem einfachen LLM-Chat und einem KI-Agenten erklären

    Guide · 14 MinFortgeschritten

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05Redaktion

Herkunft und Stand

Redaktion und Aktualität

Ebenex RedaktionRedaktion

Veröffentlicht
Aktualisiert

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06FAQ

Häufige Fragen zu Tool Use / Function Calling

Wie funktioniert Function Calling technisch?

Du definierst verfügbare Funktionen mit Namen, Beschreibung und Parametern (JSON Schema). Das LLM entscheidet, ob und welche Funktion aufgerufen werden soll, und gibt die Parameter als strukturiertes JSON zurück. Dein Code führt die Funktion aus und gibt das Ergebnis zurück.

Kann das LLM beliebige Funktionen aufrufen?

Nein, nur die Funktionen, die du explizit definierst. Das LLM generiert den Funktionsaufruf, aber dein Code führt ihn aus. Du behältst die volle Kontrolle über die Ausführung.

Was ist der Unterschied zwischen Tool Use und Plugins?

Plugins (wie bei ChatGPT) sind vorgefertigte Integrationen. Tool Use / Function Calling ist die zugrundeliegende Technologie, mit der Entwickler eigene Tools definieren können.

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07Weiterlernen

Was möchtest du als Nächstes verstehen?

  • Grundlage nachholen

    Large Language Model

    Ein KI-Modell, das menschenähnliche Sprache generiert und versteht.

  • Technisch vertiefen

    Agentic AI Frameworks

    Frameworks zum Bau autonomer KI-Agenten und Multi-Agent-Systeme.

  • In der Praxis anwenden

    KI-Agenten verstehen

    Wie KI-Agenten planen, Tools nutzen und eigenständig Aufgaben erledigen – von ReAct bis Multi-Agent.

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